Freitag, 24. März 2017

Rezension: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner


Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 19.2.2015
Format/Preis: 
Taschenbuch: 7,99€
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-7335-0040-5





Inhalt

»Warum isst du nicht mehr, April?«

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Meine Meinung

"Aber ich bin nie wirklich da. Denn ich bin in meinem Kopf gefangen. Und mein Kopf ist ein ziemlich hässlicher Ort."

Ein Buch, das ich schon so oft gelesen habe und das mir wirklich am Herzen liegt, da es zeigt, wie viel sich verändern kann, und wird, wenn auch nur eine Person fehlt, die sich vielleicht selbst sogar nutzlos vorkommt.

Das Cover mag ich sehr gerne. Es ist sehr schlicht und dennoch, durch die "Splitter" sehr aussagekräftig.
Die Geschichte war Anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, da das Buch in Briefform und nicht in Textform geschrieben wurde. Jedoch habe ich mir sehr schnell mit dieser Erzählweise angefreundet.
In der ersten Hälfte des Buches geht es um Briefe, die Phoebe ihrer großen Schwester April in die Klinik schreibt, in der zweiten Hälfte kann man die Briefe lesen, die April ihrer Schwester zukommen lassen wollte - jedoch niemals abgeschickt hat. Die Geschichte ist sehr emotional und obwohl man nur diese Briefe hat, erfährt man auch viel über die Vergangenheit der beiden, da vor allem Phoebe sich gerne an die schönen und nicht so schönen Erlebnisse erinnert. Es ist ein wirkliches fesselndes Buch mit einem wirklich sehr guten Schreibstil, der einen mitgerissen hat. Sehr viel Handlung gibt es nicht, da das Buch auf Geschichten der Vergangenheit und oft Wünschen und Träumen der Charaktere aufgebaut ist, aber eine große Handlung benötigt man, finde ich, auch gar nicht, da das Buch einem auf einer wirklich sehr emotionalen Ebene ergreift, bei der eine ausgebaute Handlung vielleicht sogar gestört hätte. Insbesondere das Ende war sehr ergreifend und emotional.
Die Charaktere haben mir auch sehr gefallen. Ich mochte die Schreibstile und Sichtweisen beider Mädchen wirklich gerne. Beide wahren komplett ehrlich zueinander und obwohl Phoebe erst 9 ist hat sie eine sehr interessante Sichtweise auf die Welt. Die Geschichten, die sie erzählt, wirken manchmal sehr kindlich, aber auch sehr erwachsen. Vielleicht ein bisschen zu erwachsen für ihr junges Alter. Zudem wirkte sie sehr  Die Eltern sind mit der ganzen Situation überfordert und wissen nicht weiter, was Phoebe und auch April stark zu spüren bekommen. Manchmal war ich wirklich geschockt wie die Eltern gehandelt haben. Und April weiß nicht wer sie ist oder wie sie überhaupt weitermachen soll, die einzige Person die sie versteht ist Phoebe. Und Jerry, ihr Wo Die Freundschaft der beiden Schwestern ist wirklich einzigartig und innig.


Fazit

Eine Geschichte über 2 Schwestern, die weit mehr verbindet als ihr Blut. Eine in der Klinik, fast am sterben. Die andere zu Hause, vollkommen ratlos. Sie versucht es mit ihrem kindlichen Wissen zu erfassen, was da mit ihrer Schwester passiert ist. Sehr emotional und wundervoll. Ich liebe dieses Buch sehr und kann es nur wärmstens jedem empfehlen, der nicht unbedingt eine spektakuläre Handlung, sondern nur eine schöne emotionale Geschichte sucht.
Die Geschichte wirkt besonders emotional, da die Autorin selbst an Magersucht litt und dieses Thema wirklich sehr authentisch rüber bringt.
Eigentlich kann ich meine Liebe zu diesem Buch gar nicht in Worte fassen.Ich vergebe dem Buch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" insgesamt 5 von 5 Sternen.

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