Sonntag, 19. März 2017

Rezension: Meine geniale Freundin

Elena Ferrante
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Originaltitel: My Brilliant Friend
Seiten: 422
Erscheinungsdatum: 29.8. 2016
Format/Preis: Gebunden: 22,00€
Verlag: Suhrkamp

ISBN: 978-3-518-42553-4





Inhalt

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
m Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.

Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?


Meine Meinung

Das ist er. Der erste Teil der "neapolitanischen Saga" von der berühmten "Elena Ferrante." 
Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Buch geschenkt bekommen habe und vorher nicht wusste worum es geht. Das Buch ist aus der Sicht von Elena geschrieben, die Lenù oder Lenuccia genannt wird.
Vielleicht könnte das Buch ja auch euren Geschmack treffen.

Das Cover finde ich wirklich sehr hübsch gestaltet. Dass es in verschiedenen Blautönen gehalten wurde, finde ich wirklich sehr schön und auch, dass die anderen Cover dieser Reihe so gehalten wurden und somit einen Wiedererkennungswert haben. Es ist schlicht gehalten und lädt schon vorher zum Träumen und Nachdenken ein, was diesen beiden Mädchen wohl passieren könnte.
Die Geschichte fand ich wirklich klasse. Ich lese nicht oft in diese Richtung, dennoch oder vielleicht deswegen hat mich dieses Buch wirklich umgehauen. Da es im 20 Jahrhundert spielt, fand ich einige Szenen zwar ziemlich absurd und unrealistisch, allerdings auch sehr interessant wie das Leben damals abgelaufen ist. Das ganze Leben war darauf ausgerichtet zu arbeiten und somit seine Familie über Wasser zu halten. Eine wirkliche Schulbildung hatten nur wenige. Die Geschichte war fast durchgehend sehr interessant und hat mich wirklich an das Buch gefesselt. So ist es also durchaus vorgekommen, dass ich mehrere Stunden hintereinander gelesen habe, was, vor allem in der Schulzeit, wirklich sehr selten vorkommt. Was ich schade fand war, dass manchmal Sachen angerissen, aber nie beendet wurden und man nie weiteres zu diesen Dingen erfahren hat. Das Ende bleibt offen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und man konnte das Buch dadurch schnell weg lesen. Sie hat schöne Vergleiche und Denkanstöße mit einfließen lassen.
Die Charaktere sind mir echt ans Herz gewachsen! Die Hauptcharaktere sind liebevoll ausgearbeitet und jeder hat seine Stärken und Schwächen, obwohl ich finde, dass einige Personen, wie Beispielsweise Elenas Eltern zu kurz gekommen sind. Außerdem fand ich, dass manche Personen überflüssig waren, so, dass man nicht viel von ihnen wusste, obwohl sie Freunde von Elena und Lila waren. Sie waren nur da, aber wirklich viel für die Geschichte haben sie nicht beigetragen und haben mich während des Lesens nur mit ihren Namen verwirrt, da die Autorin anscheinend eine Vorliebe für Namen und Spitznamen hat. Zudem hat mich die Protagonistin, also Elena, sehr genervt. Sie war ständig neidisch auf ihre beste Freundin, Lila, und hat ständig versucht sich mit ihr zu messen, wollte stets besser, toller und hübscher sein als sie. Sie war teilweise sehr gehässig und hat ihren Selbstzweifel dann versucht zu kompensieren, indem sie vor ihrer Freundin, auf die fast alle Jungs/Männer standen, einen Freund haben wollte oder besser in der Schule wurde als sie. Es kam mir so vor, als ob nichts in ihrem Leben, außer Lila wirklich zählt und ihr Leben ständig auf sie ausgerichtet hat, mit dem Gedanken, besser als sie zu sein.


Fazit

Das Buch hat mich mit etwas gemischten Gefühlen zurückgelassen, die jedoch größtenteils positiv sind. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt wären hier die Figuren, die viel zu viele und manche auch etwas zu unbedeutend sind.
Da das Buch ein offenes Ende hatte, bin ich umso gespannter wie es mit Elena und Lila weitergeht und kann es kaum erwarten weiterzulesen. Mich hat das #ferrantefever definitiv gepackt!

Ich vergebe dem Buch "Meine geniale Freundin" insgesamt 4 von 5 Sternen.

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